Gastbeitrag: Kultur digital vermitteln

Foto: Oberhausmuseum

Digitalisierung ist ein großes Thema, das zunehmend nicht nur Handel, Industrie und Verwaltung betrifft, sondern auch Kultureinrichtungen mit neuen Aufgaben und Möglichkeiten konfrontiert. War vor zehn Jahren die Homepage noch der digitale Standard, so sind in den zurückliegenden Jahren viele weitere digitale Haupt- und Nebenwege entstanden, die Kernbereiche der Kulturarbeit berühren oder Prozesse in den Kultureinrichtungen verändern.Dabei geht es um viele Aufgabenfelder, die in Museen, Archiven, Bibliotheken, Theaterhäuser u.a. Einrichtungen anfallen. In den Museen sprechen wir von einem Paradigmenwechsel und blicken auf Veränderungsprozesse in Verwaltung und Organisation, neue Anforderungen bei Ressourcenplanung, Kompetenzen, Budgets und zentrale Arbeitsbereiche wie die Dokumentation, Kommunikation und Vermittlung. Aber auch das Publikum hat sich gewandelt, es ist nicht nur diverser geworden, sondern nutzt das Digitale mit einer anderen Selbstverständlichkeit, mit anderen Erwartungen und Instrumenten, als „früher“.

3D Digitalisierung von Objekten im Oberhausmuseum. Foto: Oberhausmuseum

Um sich diesen komplexen Aufgaben und Fragestellungen mit dem notwendigen Augenmerk stellen zu können, planen zunehmend mehr Kultureinrichtungen ganzheitliche digitale Strategien: dabei werden unterschiedliche digitale Kanäle, Inhalte und Erzeugnisse nicht mehr als Insellösungen betrieben, sondern strategisch entwickelt und aufeinander abgestimmt. Der entstehende Mehrwert schärft nicht nur den Blick und die Entscheidungskompetenz für das Digitale, sondern präzisiert und professionalisiert vielfach Instrumente, eröffnet neue zielgruppenorientierte inhaltliche Angebote und nutzt Synergien zu ähnlichen Prozessen im Tourismus und Verwaltung. „Digitale Medien können die Idee des Museums verstärken und das dort angehäufte Wissen viel breiter zur Verfügung stellen“ schreibt Volker Rodekamp, vormals Präsident des Deutschen Museumsbundes. Anfang 2018 hat der Museumsbund dann eine Umfrage bei den regionalen Museumsverbänden durchgeführt und ein verheerendes Resultat eingefangen: der Stand der Digitalisierung in den Deutschen Museen ist mindestens stark ausbaufähig. Wenn aber schon große Häuser hier Defizite markieren, wie sollen dann gerade kleine Einrichtungen reagieren. Die Frage wäre also: wieviel Digitalisierung ist notwendig oder sinnvoll?

Foto: M. Rauscher/Oberhausmuseum

Eine Tagung im Oberhausmuseum, Passau
Die Tagung diskutiert Möglichkeiten und Perspektiven für kleine und mittelgroße Kultureinrichtungen (Museen, Archive, Bibliotheken, Vereine, etc.) Kulturarbeit im digitalen Raum zu betreiben. Sie geht der Frage nach, wieviel Sichtbarkeit und Reichweite sind ist, um „relevant“ zu bleiben. Sie hinterfragt die Leistungsfähigkeit einer kleinen Einrichtung und fragt nach den notwendigen Ressourcen, Konzepten und Strategien.

Ziel der Tagung ist nicht nur eine Vorstellung von „digitalen Strategien“, sondern auch der gemeinsame offene Austausch über aktuelle Fragen und Problemstellungen zu Website, Socialmedia und Digitalisierung. Zu diesem Zweck bietet die Tagung nicht nur Frontalvorträge und eine Podiumsdiskussion, sondern auch das Format eines „World-Cafés“ für den gemeinsamen Austausch.

Kultur digital vermitteln. Chancen und Strategien für kleine und mittelgroße Kultureinrichtungen.
Tagung im Oberhausmuseum Passau am 15.11.2018.
Anmeldung und weitere Informationen: http://bit.ly/KulturDigitalVermitteln
Der offizielle Hashtag zur Veranstaltung: #KulDig18

– Dr. Christian Gries, Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern

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