Die Männer für alle Fälle

Wenn eine Leiter in der Ausstellung steht, ist ein Hausmeister nicht weit.

Die Saisonpause des Oberhausmuseums neigt sich dem Ende zu. Dass jetzt nicht alle Mitarbeiter erholt aus dem Urlaub wiederkommen, sondern über die Schließzeit hinter den Kulissen fleißig waren, merkt man, wenn man die Hausmeister des Museums befragt. Eines lässt sich dann mit Sicherheit sagen – einen vielseitigeren Job als Hausmeister im Oberhausmuseum wird man in Passau schwerlich finden.

 

Klaus Spannbauer mal ausnahmsweise nicht am Telefon.

Das Diensthandy klingelt – schon wieder. Mit Klaus Spannbauer kann man oft nicht länger als ein paar Minuten sprechen, ohne unterbrochen zu werden. „Diesmal war es der Elektriker“, sagt er und steckt das Handy wieder in die Hosentasche. Er ist die erste Anlaufstelle für alle, die hier oben auf der Veste Oberhaus etwas zu erledigen haben. Fremdfirmen wie der Elektriker oder der Glaser brauchen Termine, der Heizöllieferant muss an den Tank, das Vermessungsamt muss in den Aussichtsturm, die Liste ließe sich lange fortführen. „Langweilig wird einem auch im Winter auf alle Fälle nicht“, schmunzelt er „schön ist, dass die Arbeit wirklich vielseitig ist“. Zusätzlich ist er für die Koordination der Reinigungskräfte zuständig und zusammen mit seinem Kollegen Ronny Eibl für die Alarm- und Brandmeldeanlage. Eigentlich ist er aber gelernter Schreiner und freut sich immer, wenn er zwischendurch auch mal wieder eine Ausstellung aufbauen kann. „Mit weißen Handschuhen in der Hosentasche ist außer uns kein Hausmeister in der Stadt unterwegs“, lacht er.

Für Ronny Eibl ist der Akkuschrauber fast so wichtig wie das Diensthandy.

Ronny Eibl ist neben Klaus Spannbauer einer der beiden dauerhaften Bewohner der Veste Oberhaus. Aus Sicherheitsgründen muss immer einer von beiden anwesend sein. „Das kann im Winter trotz der vielen Arbeit manchmal etwas einsam werden“, bestätigt er. „Da freue ich mich immer, wenn im März die Besucher wieder kommen und etwas los ist auf der Burg!“ Auch bei ihm ist das Diensthandy das wichtigste Arbeitsgerät. Wenn irgendwo eine Lampe ausfällt, für eine Veranstaltung Tische oder Stühle gebraucht werden, irgendwo eine Türe klemmt, der Wehrgang gesperrt werden muss, sind er und sein Kollege gefragt. Im Winter kümmert er sich auch um den Winterdienst und ist fast ein wenig traurig, dass es dieses Jahr so wenig Schnee gab, den er mit dem neuen Traktor hätte räumen können. Aber der Winter ist ja noch nicht vorbei!

Manfred Dinglreiter beim Filter-Wechsel eines Klimageräts.

Obwohl er nicht auf der Veste wohnt, ist Manfred Dinglreiter trotzdem immer als erster da. Neben all dem was ein Hausmeister sonst so zu tun hat, ist er vor allem für die Klimaüberwachung der Ausstellungsräume zuständig. Ein Thema in das er sich komplett neu einarbeiten musste und das besonders hier in den alten Mauern der Veste Oberhaus oft eine Herausforderung ist. „Zu trocken, zu feucht, zu warm, zu kalt – die empfindlichen Objekte in den Ausstellungen und Depots brauchen eine gleichmäßige Umgebung, das ist hier nicht immer ganz einfach.“ Aber eben auch das spannende an seiner Tätigkeit, die ihn das ganze Jahr über beschäftigt. Im Sommer freut er sich wieder auf die Burgenfestspiele, für die er von Seiten des Oberhausmuseums zuständig ist. Er gibt auch immer bereitwillig Auskunft, wenn ihn Besucher etwas fragen, über die Veste und das Museum. Allerdings müssen sich die Besucher bisweilen erst an den regionalen Dialekt gewöhnen. Er grinst, „oba bis iazt hams mi no imma vastandn.“

  • Eva Sattlegger (Fotos: Oberhausmuseum)
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