Keine Zeit!

Die Winterpause ist im Oberhausmuseum auch die Zeit, in der neue Ausstellungen, Projekte und Programme konzipiert und organisiert werden, aber auch vieles im Museum erledigt werden muss, was während der Saison nicht möglich ist. Mit diesen zahlreichen Aufgaben sind unter anderem die wissenschaftlichen Mitarbeiter des Museums beschäftigt.

Adolf Hofstetter mit Readymade von Alois Jurkowitsch: „Niemals stehen bleiben“!

Adolf Hofstetter hat wenig Zeit. Er ist mal wieder mit mehreren Projekten gleichzeitig beschäftigt. Aber ganz oben auf der Liste steht die Vorbereitung der neuen Sonderausstellung „30 Jahre Neue Sammlung“, die ab 12. Mai 2018 im Oberhausmuseum zu sehen sein wird. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Sammlungsleiter des Museums ist er für die Konzeption der Ausstellung, die Planung und gestalterische Umsetzung zuständig. Er koordiniert die Zusammenarbeit mit Grafikern, Handwerkern, Restauratoren , Leihgebern, Versicherungen und Kunstspeditionen. „Man vergisst gerne, dass wir hier neben den historischen Beständen auch eine Sammlung zeitgenössischer Kunst haben“, erklärt er. „Es ist für mich eine besondere Motivation,  Passauer Künstler und ihre Werke zu präsentieren.“ Eine ganz andere Herausforderung ist das EU-Projekt ViSIT und die im Rahmen des Projekts laufende 3-D Digitalisierung der Burganlage und von Objekten aus dem Museumsbestand. Dazu kommt noch das Alltagsgeschäft mit Anfragen, der Arbeit am Bildarchiv und der Datenbank, und die Betreuung der Hans Wimmer-Sammlung, des Böhmerwaldarchivs und der Sammlung der Kulturstiftung der ZF Passau – Adolf Hofstetter hat wenig Zeit.

Petra Gruber bei der Kontrolle eines Reliefs der Diözesan Sammlung im Oberhausmuseum.

Zu den Aufgaben als wissenschaftliche Mitarbeiterin gehört für Petra Gruber unter anderem die Mitarbeit bei der Konzeption der Dauer- und Sonderausstellungen und der museumspädagogischen Projekte. Aber Petra Gruber ist als hauseigene Restauratorin zusätzlich noch für das Wohl von 30.000 Objekten in den Ausstellungsräumen und Depots zuständig. Das bedeutet auch den Zustand der ausgestellten Objekte regelmäßig zu prüfen und zu entscheiden, welche Maßnahmen zur Erhaltung oder Restaurierung eventuell getroffen werden müssen. Die Winterpause bietet dazu die einzige Gelegenheit, nur in dieser Zeit können Vitrinen geöffnet werden und Petra Gruber hat Zeit den Erhaltungszustand der Objekte genau zu prüfen. „Das ist das besondere“, schwärmt sie „als Restauratorin darf ich ganz nahe an die Sachen heran. Vor allem bei den historischen Objekten ist es immer wieder toll, sich auch Mal länger mit ihnen beschäftigen zu können.“ Sie gehört zu den Mitarbeitern, die schon am längsten im Haus tätig sind. Sie lacht, „ich habe als Praktikantin hier angefangen – das ist schon eine Ewigkeit her!“

  • Eva Sattlegger (Fotos: Oberhausmuseum)
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